Die Anbetung der Hl. Drei Könige

Andreas Mertin

Die Quellen
  • Matthäus 2, 1-12 (80-100 n.Chr.)
  • Protoevangelium des Jakobus (150 n.Chr.)
    • Besuch noch in der Geburtsgrotte
  • Pseudo-Matthäus-Evangelium, Kapitel 16 (600-650 n.Chr.)
    • Besuch erst 2 Jahre nach der Geburt
  • Legenda Aurea (an 1292)
Matthäus 2, 1-12

Da Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten. Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten (Micha 5,1): »Und du, Bethlehem im Lande Juda, bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.« Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so sagt mir es wieder, dass auch ich komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und sahen das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und da ihnen im Traum befohlen wurde, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg wieder in ihr Land.

Protoevangelium des Jakobus

Und siehe, Joseph machte sich bereit, aus Judäa fortzuziehen, als in Bethlehem ein Aufstand ausbrach. Denn es kamen Magier aus dem Osten [aus Persien] und sprachen: "Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern gesehen im Osten und sind gekommen um ihm zu huldigen." Und es hörte Herodes, erschrak und sandte Diener zu den Magiern und schickte auch nach den Hohepriestern und fragte sie: "Wo soll der Messias geboren werden?" - Sie aber antworteten: "In Bethlehem in Judäa, denn so steht es geschrieben." Und er entließ sie und fragte die Magier: "Was hat ihr für ein Zeichen gesehen bezüglich des neugeborenen Königs?" Und es sagten die Magier: "Wir haben einen Stern gesehen, der sehr hell schien unter den Sternen. Er verdunkelte sie sogar und wir wissen, dass ein König für Israel geboren wurde. Darum sind wir gekommen, um ihn anzubeten." Da sagte Herodes: "Geht hin und forscht genau nach dem Kind. Und wenn ihr es gefunden habt, berichtet es mir, damit auch ich gehe um es anzubeten." Und die Magier gingen davon. Und siehe, der Stern, den sie im Osten gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er zum Stehen kam in der Höhle über dem Haupt des Kindes. Und als die Magier es sahen mit seiner Mutter Maria huldigten sie ihm und öffneten ihre Schätze und gaben ihnen Geschenke: Gold und Weih-rauch und Myrrhe. Und sie wurden gewarnt von einem Engel des Herrn, nicht zurück zu Herodes zu gehen, sondern einen anderen Weg in ihr Land zu nehmen.

Pseudo Matthäus Evangelium, Kapitel 16

Nach zwei Jahren kamen Magier aus dem Osten nach Jerusalem und brachten ansehnliche Geschenke. Sie befragten die Juden eindringlich und sagten: "Wo befindet sich der König, der euch geboren worden ist? Wir haben nämlich seinen Stern im Osten gesehen und sind gekommen, ihm Ehre zu erweisen." Dieses Gerücht gelangte zum König Herodes. Und es erschreckte ihn derart, dass er Boten zu den Schriftkundigen, den Pharisäern und den Lehrern des Volkes schickte, damit er herausbekomme, wo nach der Voraussage der Propheten Christus geboren werden sollte. Sie sagten ihm: "In Betlehem in Judäa. So nämlich steht geschrieben: Und du, Betlehem in Juda bist keineswegs die geringste unter den Fürstenstädten Judas. Denn aus dir wird hervorgehen der Führer, der mein Volk Israel regieren wird." Da ließ Herodes die Magier kommen und forschte bei ihnen sorgfältig nach dem Termin, zu dem sie den Stern entdeckten. Er schickte sie nach Betlehem und sagte: "Geht und fragt sorgfältig nach dem Knaben! Und wenn ihr ihn gefunden habt, macht mir Meldung, damit auch ich hingehe und ihm huldige!" Als sich die Magier auf dem Weg befanden, erschien ihnen der Stern. Er zog ihnen voraus, als wenn er ihnen als Herold diene, bis sie zu der Stelle kamen, wo sich der Knabe befand. Als sie aber den Stern erblickten, ergriff sie eine große Freude. Sie betraten das Haus und fanden das Jesuskind auf dem Schoß der Mutter sitzend. Dann taten sie ihre Schätze auf, und mit ungeheuer wertvollen Gaben beschenkten sie Maria und Josef. Dem Kind selbst aber brachten sie jeder ein Goldstück dar. Danach überreichte einer Gold, der andere Weihrauch und der dritte Myrrhe. Als sie zu Herodes zurückkehren wollten, wurden sie bei Nacht von einem Engel davor gewarnt, wieder zu Herodes zu gehen. Sie indessen erwiesen sie dem Kind Ehre in all ihrer Freude, und schließlich kehrten sie auf einem anderen Weg in ihr Land zurück.

Kunstgeschichte

In der Kunstgeschichte finden wir seit dem 3. Jahrhundert Darstellungen der Magier bzw. Könige in der Katakombenmalerei und bei Sarkophag-Plastiken. Dabei gibt es unterschiedliche Bildtypen: Hellenistisch: Maria seitlich auf Kathedra, Maria frontal mit symmetrischen Anbetungsgruppen; Östl.-byzantinisch: Kniebeuge des ersten Magiers. Ab 1300 erfolgt eine dramatische Ausgestaltung der Szene unter dem Einfluss von geistlichen Schauspielen. Nun wird einer der Magier/Könige als Schwarzer dargestellt.

Fragen vor konkreten Kunstwerken
  • Was stammt aus biblischen, was aus apokryphen, was aus legendarischen Quellen, was ist Erfindung des Künstlers?
  • Welche Symbole werden verwendet?
  • Wer ist alles dargestellt? Wie werden die Magier/Könige dargestellt?

4. Jahrhundert – Sarkophag-Plastik

Am Anfang reicht der christlichen Gemeinde ein geradezu minimalistisches Setting: drei Männer mit Kamelen, die auf einen Stern über Maria und Jesus verweisen. Jeder der drei Männer hat ein Geschenk mitgebracht. Maria sitzt in byzantinischer Bildtradition auf einem Sessel, der nicht mehr als Baby dargestellte Jesus nimmt die Geschenke selbstständig entgegen.


500 – Kästchen mit Motiv der drei Könige

Die silberne Reliquiendose (Capsella de Brivio) aus dem 5. Jahrhundert nach Christus (heute im Louvre in Paris) zeigt die Anbetung durch die Hl. Drei Könige. Diese sind durch die sogenannte Phrygische Mütze charakterisiert. Diese Mütze ist schon vorher in der Kunst als Verweis auf persische Herkunft verwendet worden. Das übernimmt das Christentum in seiner Ikonografie.

Auch auf anderen Werken der damaligen Zeit finden wir daher die phrygische Mütze, etwa auf dem Mosaik aus Sant‘Apollinare Nuovo in Ravenna, aus der Zeit um 565. Hier sind auch die Namen der drei Magier verzeichnet: Balthasar, Melchior und Caspar. Auch hier bleibt das hochherrschaftliche Setting: Maria und das Jesuskind empfangen zusammen mit vier Engeln als Hofangestellten die Magier aus dem Osten, die dem Stern gefolgt sind. Maria sitzt dabei auf einem Herrscherthron, der nicht mehr ganz so kleine Jesus thront auf ihrem Schoß. In einer prarallelen Geste segnen beide die Gäste.


1200 – Französischer Miniaturist

Auf der Miniatur des Ingeborg-Psalters aus der Zeit um 1200 finden wir dann die Weisen aus dem Morgenland nicht mehr als Magier dargestellt, sondern als Könige. Zugleich werden sie in unterschiedlichen Lebensaltern vorgestellt: von alt bis jung.


1304 – Giotto

Mit der Kunst von Giotto in der Scrovegni-Kapelle kommen wir zur konkreten Verortung des Geschehens in Raum und Zeit. Er baut die Szene in einen einfachen Holzstall ein, in dem Maria, Josef und das Jesuskind sitzen, ein Engel an ihrer Seite. Vor ihnen kniet einer der Heiligen Drei Könige und betet das Jesuskind an, während die anderen beiden mit ihren Reisebegleitern warten. Ein besonderes Highlight dieses Fresko ist die Darstellung des Halleyschen Kometen, der am 26. Oktober für alle sichtbar über die Erde gezogen war. Nach der Abbildung auf dem Teppich von Bayeux aus dem Jahr 1070 ist dies die älteste und zugleich realistischste Darstellung des Kometen. Damit bezieht Giotto das biblische Geschehen unmittelbar auf seine Gegenwart.


1385 – Bartolo di Fredi

Bartolo di Fredi (1330-1409) hat die Inkulturation des Geschehens insofern weitergetrieben, als dass er ein konkretes Bauwerk seiner Zeit in das Gemälde von 1385 (195x163 cm) einbaut. Links oben im Hintergrund können die Betrachter:innen den Dom von Siena erkennen, so dass das Gemälde das heimatliche Siena mit Jerusalem verbindet.


1470 – Memling / Meister der Anbetung

Der in der Regel Hans Memling (1433-1494) zugeschriebene, manchmal aber auch einem unbekannten Meister zugewiesene Dreikönigsaltar aus dem Prado in Madrid, der auch dem 1470 stammt, ist dreiteilig aufgebaut: links sehen wir die Geburt (beeinflusst nach den Visionen der Hl. Birgitta von Schweden), rechts die Darstellung im Tempel und im Zentrum die Anbetung der Heiligen Drei Könige. Der gesamte Altar ist 272 cm breit, die Bildhöhe beträgt 95 cm.

Vor dem Hintergrund einer flämischen Stadt sehen wir auf der Haupttafel die Heiligen Drei Könige als Repräsentanten der Himmelsrichtungen bzw. Kontinente und zugleich der verschiedenen Lebensalter. Sie sind als Könige hochmodisch für die damalige Zeit gekleidet, jeder trägt einen charakteristischen Hut und phantasievolle Kleidung und hat für die Heilige Familie ein kostbares Geschenk in einem Kelch mitgebracht. Das Jesuskind ist so dargestellt, dass es seiner Rolle als Messias sehr bewusst ist und daher den vor ihm knieenden König auch segnet. An den Rändern der Haupttafel bevölkern weitere Schaulustige das Geschehen und wollen einen Blick aus der ersten Reihe ergattern.


1470 – Hugo van der Goes

Beim Gemälde mit der Anbetung der Könige von dem flämischen Maler Hugo van der Goes (1435-1482) haben wir eine verschachtelte und beziehungsreiche Darstellung vor uns. Links im Hintergrund sehen wir eine flämische Stadt, rechts oben schon einen Ausblick auf die Flucht nach Ägypten. Im Zentrum des Gemäldes die detailreich dargestellte Anbetungsszene. Hugo van der Goes geizt nicht mit symbolischen Verweisen, sowohl durch die Pflanzendarstellungen, wie etwa auch durch den auf dem Balken laufenden Hermelin.

Das weiße Winterfell des Hermelins wurde als sehr wertvoll erachtet. Ein Hermelinmantel galt als das Vorrecht adliger Familien. Kaiser, Könige und Fürsten sowie der Papst trugen mit weißen Winterfellen besetzte oder gefütterte Kleidung, auf die als besondere Zierde die schwarzen Schwanzspitzen aufgenäht waren. Weil sich nur hohe weltliche und kirchliche Würdenträger einen Hermelinmantel leisten konnten, wurde ein solcher Mantel bereits im ausgehenden Mittelalter, vor allem aber in der Zeit des Absolutismus zu einem Insignium der Macht.


1488 – Ghirlandaio

Der italienische Renaissancemaler Künstler Domenico Ghirlandaio (1448-1494) schafft ein hochkomplexes Wimmelbild mit zahlreichen Personen, in denen Zeitgenossen sicher auch örtliche Honoratioren samt den Auftraggebern wiedererkannt haben dürften.

Ghirlandaio trägt sich selbst in das Bild ein, er blickt hinter dem Rücken des linken Königs selbstbewusst auf die Betrachter:innen.

Links unten erkennt man etwas anachronistisch den schon erwachsenen Täufer Johannes, der auf das Christuskind hinweist.

Auf der rechten Seiten sehen wir den Evangelisten Johannes, der Christus auf die Waisenkinder des „Hospitals der unschuldigen Kinder“ hinweist, für den das Altarwerk in Auftrag gegeben wurde und in dem es bis heute noch zu finden ist.

Der Aufbau der zentralen Aktanten erfolgt nach einem von Botticelli eingeführten Modell, bei dem die Madonna im Zentrum einer pyramidenförmigen Komposition steht und an deren Fuße sich zwei der drei Hl. Könige befinden.

Die Stadt im Hintergrund, vor deren Mauern sich schon der nachfolgende betlehemitische Kindermord abspielt, ist eine symbolische Darstellung Roms.

Man kann das Kolosseum, die Trajanssäule, einen Milizen-Turm und die Cestius-Pyramide erkennen.



1500-1525 – Unbek. Meister

Als malerisches Juwel bezeichnet die Webgallery of Art diese 49x112 cm große Bildtafel eines unbekannten flämischen Meisters aus den Jahren zwischen 1500 und 1525, die heute im Brügger Groeninge-Museum zu finden ist, und schreibt:

The Mannerist tendency in the old duchy of Brabant (Antwerp-Brussels), had some points of contact with the more sedate Bruges style. It is not always clear, however, whether a particular work was painted by Bruges masters who had settled in Antwerp or in Bruges itself. Alongside the pure Antwerp and Bruges styles, a kind of Bruges-Antwerp fusion can be distinguished, symbolizing the growing attraction of the rising metropolis. The magnificently refined Adoration of the Magi, executed by an unknown master called the Master of the Bruges Adoration, is a pictorial jewel and should be seen in this context.

Sehr großzügig sind die Aktanten über die Bildfläche verteilt, Maria bildet mit dem neugierig und entspannt blickenden Jesuskind das Zentrum des Bildes, sie blickt konzentriert auf ihr Kind. Hinter ihr steht ein runder Tisch mit einer Bibel, einer Kerze und einem Apfel. Vor dem Christuskind kniet der älteste der Heiligen Könige, der gerade einen Topf mit Gold überreicht hat. Hinter diesem steht ein weiterer vollbärtiger König mit einem Kelch in der Hand. Auf der linken Seite sehen wir mit seinem ebenfalls schwarzen Bediensteten den dritten schwarzen König, der eine gläserne Kugel in der Hand hält und Schuhe mit Sporen trägt.

Als interessantes Aperçu findet sich etwas abgedrängt im Stall im Bildhintergrund, in dem wir auch den Ochsen sehen können, eine Darstellung des Josef, der mit Hilfe eines Blasebalgs für eine angenehme Temperatur sorgt. Das wird man zu den damals nicht unüblichen Eingliederungen des Josef in das Lokalkolorit und die Genreszenen zählen können.


1526 – Quentin Massys

Quentin Massys (1466-1530, der seine Figuren gerne ins Groteske verzerrt, nähert auf seinem Bild von 1526 die Darstellung der Heiligen drei Könige der Darstellung der Hirten an. Auch Könige sind nicht schöner als andere Menschen.


1609 / überarbeitet 1628 – Peter Paul Rubens

Ein durch und durch politisches Bild ist diese Anbetung der Könige von Peter Paul Rubens (1577-1640). Es war eine Auftragsarbeit der Stadt Antwerpen in der Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden zwischen dem spanischen Königreich und der niederländischen Republik, ein Konflikt, unter dem die Antwerpener Händler sehr litten. Rubens erhielt 1.800 Florin für die Arbeit (was heute etwa 180.000 Euro entspräche). In einer dramatischen und geradezu bedrohlichen Welle stürzt die königliche Gesandtschaft auf die am linken Bildrand platzierte Heilige Familie zu, die den künftigen Frieden zu symbolisieren scheint und einen Ruhepunkt bildet. Vor dem Hintergrund der dunklen und von wenigen Lichtern und Fackeln durchbrochenen Nacht verschlingen sich die Pferde und Kamele zu einem großen Szenario.

Das Gemälde wurde 1612 dem spanischen Gesandten Rodrigo Calderón überreicht, der freilich 1621 wegen angeblicher Hexerei auf der Plaza Mayor in Madrid geköpft wurde. Sein Bild ging 1623 dann auf das spanische Königshaus über, wo es einen Höhepunkt der Sammlung Royal Alcázar in Madrid bildete. Als Rubens 1628 in Madrid war, ergänzte und überarbeitete er das Bild im Sinne der zwischenzeitlichen Fortentwicklung seines Stils, der vor allem durch Tizian beeinflusst worden war. Bei einem Brand des Royal Alcázar 1734 wird das Bild schnell aus dem Rahmen geschnitten und aus dem Fenster geworfen, weshalb es nur leicht beschädigt die Katastrophe übersteht. 1834 taucht das Bild dann im Inventar des Museo del Prado auf, wo wir es auch heute noch besichtigen können.


1619 und 1639 – Diego Velázquez und Francisco Zurbarán

 

Wie sich Künstler bildkompositorisch beeinflussen, kann man an den Bildern der Anbetung der Könige durch Diego Velázquez (1599-1660) und 20 Jahre später durch Francesco Zurbarán nachvollziehen. Das Werk von Velázquez ist sein erstes Hauptwerk und zeigt noch den Einfluss seines Lehrers und die Unerfahrenheit des Künstlers. Im Stil der Zeit hat Velázquez sich in einem der Könige, seinen Lehrmeister in einem der anderen Könige und Maria mit den Gesichtszügen jene Frau ausgezeichnet, mit der Velázquez verheiratet war und die zugleich die Tochter seines Lehrmeisters war. Ein höchst persönliches Bild also.

Zurbarán übernimmt den formalen Bildaufbau, gestaltet aber vor allem die Kleidung des nun alten Königs im Vordergrund wesentlich prächtiger und reicher. Indem er Josef hinter Maria stehen lässt, ergibt sich eine dramatische Linie von links unten nach rechts oben. Beauftragt wurde Zurbaran 1638 von den Kartäusern in Jerez. Neben diesem Bild gehörten drei weitere Bilder zur Kindheit Christi zum Auftrag.

->  Hier geht es weiter zur Flucht nach Ägypten.

Artikelnachweis: https://www.theomag.de/134/am740h.htm
© Andreas Mertin, 2021